Erst um 11 (zum Glück) fuhr der Bus in Richtung Broadheath ab. Der kleine Ort ist vor Aalem durch seinen ersten Baron bekannt: Sir Edvard Elgar, ein genialer Komponist. Obgleich er in seiner zweiten Lebenshälfte weltweite Erfolge zu feiern hatte, zog es ihn immer wieder in seinen Geburtsort zurück. Auch uns zog das kleine, unauffällige Häuschen direkt in den Bann. Ein verwunschener kleiner Garten, die Landschaft und das kleine Haus fügten sich perfekt zu dem musikalischen Bild zusammen, das wir beim muszieren seiner Werke vor Augen haben. Natürlich schadete hier auch der unterhaltsame Vortrag zum Leben von Elgar nicht und das obwohl der Sprecher uns netterweise anbot, einfach einschlafen zu können, wenn sein Englisch zu schnell werden sollte. Von diesem großherzigen Angebot machte überraschenderweise Keiner gebrauch (er war anderes gewohnt... von Menschen, die das Geburtshaus in ihrem Testament erwähnen...).

Nach diesem Ausflug ins Landidyll machten wir uns auf den Weg zur fast 300 km entfernten Stadt York - eines der schönsten Städtchen im Norden. Der erste Ausgang nach dem Einchecken führte uns jedoch nicht entlang ihrer mittelalterlichen Stadtmauer und dem Burggraben, die riesige gothische Stadtkirche oder gar dem Eisenbahnmuseum, sondern in die "Brew York" Bierhalle. Unter 41 Bieren galt es nun das Beste zu wählen. Von wilde Mischungen, die dem deutschen Reinheitsgebots-Fan sicherlich zum Schäumen bringen würden, bis hin zu kunstvollen Ales die im Whiskyfass ausgereift wurden war für jeden etwas dabei.

Morgen gibt es dann aber doch etwas für die Eisenbahn-Fans und Muggel unter uns: Eine Fahrt mit dem Hogwarts-Express (bekannt aus Harry Potter) durch das North Yorkshire Moor.