Es ist morgens 06.00 in Tübingen. Verschlafen taumeln Musiker aus Autos, zerren Instrumente, Koffer und Taschen vor den Bus und verschwinden dann im Inneren. Soweit ist alles wie gewöhnlich. Doch dieses Mal hat sich neben den vielen Taschen auch ein besonders großer Haufen Schlagwerk gesammelt, vor dem der verantwortliche Perkussionist kurzzeitig ebenso ratlos steht wie der Busfahrer. 30 Minuten später, und vielen Aussagen schwingend zwischen “Das wird eng” und “Das geht da niemals rein” war wundersamer Weise alles verstaut. Ein erstes Hoch auf unseren Busfahrer.

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Es folgt die erste Etappe – wechselnde Landschaften vor dem Busfenster in Augenblicken (wobei zugegeben die Pausen zwischen zwei Augen Blicken schlafbedingt lang waren). Dem vertrauten Stadtbild folgt schnell die Allianz-Arena, dann tauchen Berge auf, die Wiesen werden Grün und ehe wir uns versehen biegt der Bus in die kleine Einfahrt zur Pension Sonnenhof ein (irgendwo hinter Salzburg). Diese Ortsangabe hat sich auch im Geruch durchgesetzt: Provinz-Flair an Kuhdung direkt hinter der Pension. Zum Verdruss der Musiker entschied sich der Dirigent, dass wir diese Luft durch eine ausgiebige Probe gerne “reinigen könnten”, so dass wir diese ländliche Idylle auch als Tagesausklang genießen durften. Das zweite Hoch auf den Busfahrer, und die konzertreife Akustik unter der Kuppel der Gepäckklappen.

Dazwischen ging es jedoch noch nach Salzburg, zur ersten Erkundung mit Stadtführung bei schönstem Wetter. Dabei haben wir auch das neu gewählte Dirigentepodest für unseren musikalischen Leiter erkoren (“Endlich sieht man den mal da vorne...”). Natürlich darf dabei eine kulinarische Expedition auch nicht fehlen, mit atemberaubendem Panorama über die Stadt.

Morgen folgen zwei Konzerte – und um die Gefahr zu mindern, dass dabei jemand auf der Strecke bleibt haben wir zum Glück eine Reiseleiterin (echt Wienerisch) dabei die uns den Kopf für die Musik frei hält.