Frisch gestärkt, nach einem durchaus ausgiebigen Frühstück, ging es bereits um 09.00 zum Proben. Zur Überraschung aller waren alle pünktlich - es hat eben Vorteile, wenn alle direkt neben der Probenraum schlafen. Nach zwei Stunden effektiver Probenarbeit ging es mit dem Bus weiter zur Musikhochschule, wo das Mittagessen im Sitzen im Schatten der akademischen Bäume verzehrt werden konnte. An dieser Stelle das dritte Hoch auf unseren Busfahrer, der die Wiener Straßensituation entspannt meisterte - und das obwohl diese durchaus die Tübinger in Sachen Chaos und Einbahnstraßen übertrifft.

Im Anschluss an dieses Mittagessen unter Bäumen ging es passender Weise weiter zum "hölzernen Saal", dem Saal der Wiener Sängerknaben im Augarten (MuTH). Nicht nur optisch, sondern auch akustisch hat dieser Saal einiges zu bieten und bot für uns, sowie den ungarischen Chor aus Kapuvar, einen idealen Rahmen. Dank leichter Interventionen im Zeitplan hatten wir hierbei auch endlich Zeit entspannt Vorbereitungen zu treffen und sogar einen Soundcheck zu machen (reiner Luxus ist das!).

Nachdem Schlagwerk und Instrumente wieder sicher verstaut waren ging es zum Abendessen in die unendlich wirkenden Katakomben des Rathauskellers. Dieser ist zum Glück in gehweite zum Parlamentsgebäude und dem Burgtheater. So dass man den anschließenden Verdauungsspaziergang leicht mit Sightseeing verbinden konnte (nach dem Essen hat sogar der Brite Lust auf ein paar Faxen, wie wir mit dem seltenen Bild vor dem Parlamentsgebäude festhalten konnten).

Eine weitere Probe im Hotel ("Vorverlegt auf Grund eines nicht unwichtigen Sportereignisses" - der Vorstand) bot noch einmal die Möglichkeiten am Programm für den Wettbewerb zu feilen. Doch war der Sog durchaus spürbar, der auch uns zu den anderen Gruppen in die Lobby des Hotels zog. Es sei angemerkt, dass die deutsche Delegation (Tübingen, Stuttgart, Osnabrück, Heidelberg... und sicher auch einige Österreicher) mehr Sangeskraft aufweisen und die Italiener sich bisher erstaunlich unauffällig verhalten. Mal sehen wie das nach dem Spiel aussieht. Lediglich die Gruppe aus Australien scheint verwirrt und ist nicht wirklich involviert in den emotionalen Schwällen die sich durch die Lobby wälzen. Die zweite Halbzeit steht uns nun noch bevor!